
Oktober 2021
Im Anschluss auf die Flutkatastrophe vom Juli 2021 berichteten einige unserer Mitglieder, welche auch beim Großherzoglichen Feuerwehr- und Rettungskorps ("CGDIS") tätig sind und sich für den Einsatz in den Flutgebieten im Ahrtal beim CGDIS gemeldet hatten, über die katastrophale Lage in der Hochwasserregion. Zutiefst erschüttert über diese Berichte war uns schnell klar unsere mobile Küche hier einzusetzen, um die Betroffenen und Helfer bei der Verpflegung zu unterstützen. Eine Aufgabe, für welche sich die "Amicale Pompjeeën Ettelbréck", nach Rückfrage bei den Mitgliedern, das Wochenende vom 01. bis 03. Oktober 2021 ausgesucht hat.
Am Donnerstag, 09. September fuhr eine Delegation ins Katastrophengebiet, um vor Ort Kontakt aufzunehmen und die ersten Details abzuklären.

Zu diesem Zeitpunkt war es uns aber noch nicht bewusst, was dieses Projekt so alles mit sich ziehen würde. Das Kochen an sich ist eigentlich nicht so problematisch, um diese Challenge anzugehen. Vielmehr galt es jetzt die nötigen Hilfsgüter in Form von Lebensmittel anzuschaffen. Die hierfür benötigten finanziellen Kosten allein zu stemmen, galt für uns als unmöglich. Aus diesem Grund wurde ein großer Spendenaufruf in den sozialen Medien gestartet und lokale Betriebe wurden um Hilfe gefragt. Die Solidarität war beeindruckend! Innerhalb von 2 Wochen konnten über 15 Tonnen frische Lebensmittel und sonst notwendiges Material gesammelt werden, was uns jedoch gleich wieder zu einem logistischen Problem in Punkto Transport führte. Aber auch hier fanden wir die nötige Unterstützung. Etliche Geldspenden ergänzten unsere Hilfsinitiative.
Am Freitag, 01. Oktober war es dann endlich so weit. Unsere Reise ins 200 Kilometer entfernte Ahrtal startete. Nach ca. 6 Stunden Fahrt kam unsere mobile Küche, welche eine Länge von 12 Metern hat und nur mit maximal 40 Km/Stunde gefahren werden darf, im Zielgebiet an. Die erste Herausforderung war somit geschafft, denn im Ahrtal existierte ein Großteil der Straßeninfrastruktur nicht mehr und somit mussten wir mit unserer Küche über unwegsames Gelände fahren.

Nach unserem Eintreffen bestand der erste Auftrag zunächst darin die ganze Infrastruktur einzurichten: Küche aufstellen und ausrichten, Zelte aufbauen, Material entladen und die nötigen Anschlüsse von Wasser, Abfluss und Strom herstellen. Zeitgleich begannen bereits die ersten Vorbereitungsarbeiten der Verpflegung der Helfer und der Anwohner. Am späten Nachmittag waren wir einsatzbereit!
Um allen, zumindest in punkto Verpflegung, über ein Wochenende eine gewisse Normalität im Katastrophengebiet zu schaffen, wurden für jeweils 150 Personen in Mayschoß, Altenahr und Rech ein vielseitiges Frühstückbuffet mit frischen Brötchen, Rühreiern, Kaffee, Tee, Brotaufschnitten und vielem mehr zubereitet.

Während die einen für die Ausgaben verantwortlich waren, wurden von den anderen am Standort in Mayschoß auf Hochtouren die nächsten Mahlzeiten vorbereitet. Hier galt es unter anderem während einem Wochenende über 100 kg Geschnetzeltes anzubraten, 200 kg frische Möhren vorzubereiten, Kartoffel schälen, 200 Liter Bolognese Sauce für Spaghetti, 200 Liter Kartoffel bzw. Kürbissuppe zu kochen. Zusätzlich wurden auch noch viele anderen Aufgaben nebenbei bewältigt.
Aufgrund der Situation vor Ort übernahmen wir ebenfalls den Transport der Verpflegung zu den unterschiedlichen Verpflegungsstellen. In Zelten bzw. im Eingang eines Gebäudes versorgten wir alle mit Lebensmitteln und Getränken.
Viele Betroffene sowie eine Reihe Helfer ließen es sich nicht nehmen unseren Mitgliedern bei den Vorbereitungsarbeiten an der Küche über die Schulter zu schauen und sparten nicht mit Lob und Respektzuweisung. Alles in Allem eine Aktion auf welche die Ehrenamtlichen mit Stoltz und Genugtuung zurückblicken können.

„Kommt, wir suchen den Nikolaus“, so hieß es am Nikolaustag in der Katholischen Kindertagesstätte St. Nikolaus und St. Rochus in Mayschoss. Eine Kita mit 40 Kindern im Alter zwischen 2 und 5 Jahren, welche mit ihrer Familie gemeinsam mit den Folgen der Flutkatastrophe zu kämpfen haben.
Dick eingepackt in Schneeanzug, Mütze und Schal zogen die verschiedenen Gruppen am Morgen miteinander los. Unterwegs wurde immer wieder Ausschau gehalten und auch nach dem Bischof Nikolaus gerufen; aber es war weder eine Antwort zu hören, noch ein anderes Zeichen zu sehen. Ohne Erfolg ging es um 10 Uhr zurück. Vor der Kindertagesstätte angekommen, erblickten die Kinder in ihrem Zelt viele Geschenke. War das vielleicht der Nikolaus?

Voll freudiger Erwartung gingen sie näher heran und tatsächlich, er war es! Mit großer Freude, strahlenden Augen und breitem Lächeln, setzten sich alle Kinder auf ihre Stühle, als sie draußen die Glocke des Nikolaus hörten. Und da kam er auch schon und begrüßte die Kinder. Im Schein der brennenden Adventkerzen, hörten die Kinder, mit strahlenden Augen, gespannt den Ausführungen des gütigen Mannes zu. Dass der Nikolaus nicht mit leeren Händen kam, dafür hatte im Vorfeld die „Amicale Pompjeeën Ettelbréck“ gesorgt. Jedes Kind erhielt vom Nikolaus einen selbstgenähten Turnsack mit einem Geschenk und einem Buch, natürlich altersgerecht, sowie, nicht zu vergessen, viele Leckereien und Nüsse. Für alle Kinder und deren Geschwister gab es zusätzlich noch ein weiteres großes Geschenk. Als Dank sagten alle Kinder gelernte Gedichte auf, sangen mit ihren Erziehern Nikolauslieder vor und erzählten ihm Geschichten. Sie hatten nämlich ganz intensiv für die Feier geprobt, aber nicht alleine, sondern gemeinsam. Die Kinder hatten ihrerseits auch ein paar Kleinigkeiten für den Nikolaus, um sich bei ihm zu bedanken!
Glücklich gingen die Kinder nun zurück in den Kindergarten und hatten zuhause sicherlich viel vom Nikolaus zu erzählen.
